Häufig gestellte Fragen rund um Wolle und Stricken
Hier finden Sie hilfreiche Antworten zu Garnverbrauch, Ersatzgarnen, Maschenprobe, Nadelstärke und der richtigen Pflege Ihrer Strickstücke. Unsere Hinweise unterstützen Sie bei der Auswahl des passenden Garns und bei der erfolgreichen Umsetzung Ihres Strickprojekts.
Der benötigte Garnverbrauch hängt von mehreren Faktoren ab: Größe und Schnitt des Modells, Garnstärke, Lauflänge, Muster, Ärmellänge und persönliche Strickweise. Ein locker gestrickter Pullover kann einen anderen Verbrauch haben als ein Modell mit Zöpfen, Strukturmustern oder besonders weitem Schnitt.
Orientieren Sie sich deshalb möglichst an der Mengenangabe der Strickanleitung und vergleichen Sie zusätzlich die benötigte Gesamtlauflänge. Das Gewicht allein ist nur bedingt aussagekräftig, da beispielsweise 500 g eines dicken Garns deutlich weniger Meter enthalten können als 500 g eines feinen Garns.
Unser Tipp: Planen Sie bei größeren Projekten lieber etwas Reserve ein, insbesondere wenn Sie das Modell verlängern oder individuell anpassen möchten.
Vergleichen Sie zunächst die benötigte Gesamtlauflänge des Originalgarns mit der Lauflänge des Ersatzgarns.
Beispiel: Die Anleitung benötigt 10 Knäuel mit jeweils 120 m Lauflänge. Das entspricht insgesamt 1.200 m. Hat das neue Garn eine Lauflänge von 160 m pro Knäuel, teilen Sie 1.200 m durch 160 m. Das Ergebnis beträgt 7,5 Knäuel. Sie benötigen daher mindestens 8 Knäuel.
Berücksichtigen Sie zusätzlich Maschenprobe, Garnstärke und Materialzusammensetzung. Ein Garn mit ähnlicher Lauflänge kann sich durch einen anderen Faseranteil oder Garnaufbau trotzdem anders verhalten.
Unser Tipp: Runden Sie die berechnete Knäuelzahl immer auf und planen Sie bei größeren Projekten eine kleine Reserve ein.
Bei größeren Projekten kann ein zusätzliches Knäuel sinnvoll sein. Der tatsächliche Verbrauch kann durch eine andere Maschenprobe, längere Ärmel, einen verlängerten Rumpf, Strukturmuster oder eine individuell angepasste Passform steigen.
Außerdem können sich unterschiedliche Farbbäder leicht voneinander unterscheiden. Bei einer späteren Nachbestellung ist deshalb nicht immer garantiert, dass noch Garn aus derselben Partie verfügbar ist.
Unser Tipp: Besonders bei Pullovern, Jacken und größeren Tüchern sollte der Verbrauch nicht zu knapp geplant werden. Ein ungeöffnetes Reserveknäuel kann später auch für Reparaturen hilfreich sein.
Vergleichen Sie bei der Auswahl eines Ersatzgarns möglichst die Maschenprobe, die Lauflänge pro Knäuel, die Garnstärke, die Materialzusammensetzung sowie Struktur, Volumen, Elastizität und Pflegeeigenschaften.
Die empfohlene Nadelstärke bietet eine erste Orientierung, reicht allein aber nicht aus. Ein Baumwollgarn kann trotz ähnlicher Lauflänge deutlich anders fallen als Merinowolle. Alpaka kann sich unter dem Gewicht eines Kleidungsstücks stärker aushängen, während Mohair eine leichtere und flauschigere Oberfläche erzeugt.
Unser Tipp: Fertigen Sie mit dem Ersatzgarn immer eine Maschenprobe an, bevor Sie mit dem eigentlichen Projekt beginnen.
Nein. Die gleiche Lauflänge bedeutet nicht automatisch, dass zwei Garne gleich verarbeitet werden können.
Neben der Lauflänge beeinflussen auch Material, Garnaufbau, Volumen, Elastizität und Oberflächenstruktur das Ergebnis. Zwei Garne können beispielsweise beide 200 m pro 50 g haben und trotzdem unterschiedlich dick, flauschig, fest oder elastisch wirken.
Unser Tipp: Vergleichen Sie immer Lauflänge und Maschenprobe und achten Sie zusätzlich darauf, welche Eigenschaften das fertige Strickstück haben soll.
Eine Maschenprobe ist ein Probestück, das mit dem vorgesehenen Garn, dem geplanten Muster und der gewählten Nadelstärke gestrickt wird. Sie zeigt, wie viele Maschen und Reihen auf einer bestimmten Breite und Höhe entstehen.
In Strickanleitungen wird die Maschenprobe meist für eine Fläche von 10 × 10 cm angegeben. Für eine möglichst genaue Messung sollte die Probe etwas größer gearbeitet werden, damit nicht direkt an den Randmaschen gemessen werden muss.
Viele Garne verändern sich nach dem Waschen. Deshalb ist es sinnvoll, die Maschenprobe entsprechend der späteren Pflege zu waschen, trocknen zu lassen und anschließend erneut zu messen.
Die Maschenprobe entscheidet darüber, ob das fertige Strickstück die geplante Größe erreicht. Schon kleine Abweichungen pro 10 cm können sich über die gesamte Breite eines Pullovers deutlich auswirken.
Verlangt die Anleitung beispielsweise 20 Maschen auf 10 cm, Sie erreichen aber 22 Maschen, wird das Strickstück bei gleicher Maschenzahl schmaler als vorgesehen. Erreichen Sie weniger Maschen, wird es meist breiter.
Die Maschenprobe beeinflusst außerdem den Garnverbrauch, die Festigkeit und den Fall des fertigen Gestricks.
Unser Tipp: Die Nadelstärke in einer Anleitung ist eine Empfehlung. Entscheidend ist, mit welcher Nadel Sie persönlich die angegebene Maschenprobe erreichen.
Vergleichen Sie zuerst die Anzahl Ihrer Maschen auf 10 cm mit der Angabe in der Strickanleitung.
Haben Sie zu viele Maschen auf 10 cm, ist Ihr Gestrick meist zu fest. Probieren Sie eine größere Nadelstärke.
Haben Sie zu wenige Maschen auf 10 cm, ist Ihr Gestrick meist zu locker. Probieren Sie eine kleinere Nadelstärke.
Fertigen Sie nach dem Wechsel der Nadelstärke eine neue Maschenprobe an. Prüfen Sie dabei nicht nur die Maschenzahl, sondern auch, ob Ihnen Festigkeit, Griff und Fall des Gestricks gefallen.
Unser Tipp: Ändern Sie möglichst zuerst die Nadelstärke und nicht sofort die Maschenzahlen der gesamten Anleitung.
Die empfohlene Nadelstärke finden Sie meist auf der Garnbanderole. Sie dient als Ausgangspunkt, ist aber kein fester Wert.
Die passende Nadel hängt auch von Ihrer persönlichen Strickweise, dem verwendeten Muster, der gewünschten Festigkeit und der Maschenprobe der Anleitung ab.
Eine größere Nadel ergibt meist ein lockeres und weicher fallendes Gestrick. Eine kleinere Nadel erzeugt häufig ein dichteres und festeres Maschenbild.
Unser Tipp: Bei einem konkreten Projekt hat die Maschenprobe der Strickanleitung Vorrang vor der allgemeinen Empfehlung auf der Banderole.
Jeder Mensch hält Garn und Nadeln etwas anders. Manche stricken eher fest, andere eher locker. Deshalb können zwei Personen mit demselben Garn und derselben Nadelstärke unterschiedliche Maschenproben erhalten.
Die in einer Anleitung angegebene Nadelstärke zeigt, welche Nadel beim Entwurf verwendet wurde. Sie ist keine Garantie dafür, dass jeder damit dasselbe Ergebnis erreicht.
Verwenden Sie die Nadelstärke, mit der Sie die vorgegebene Maschenprobe erreichen und gleichzeitig ein angenehmes Maschenbild erhalten.
Unser Tipp: Notieren Sie bei gelungenen Projekten Garn, Nadelstärke und Ihre Maschenprobe. Das erleichtert die Planung zukünftiger Projekte.
Beachten Sie immer zuerst die Pflegehinweise auf der Garnbanderole. Nicht jedes Garn darf auf dieselbe Weise gewaschen werden.
Bei waschbaren Wollgarnen eignet sich häufig ein Wollwaschgang mit einem milden Wollwaschmittel. Das Strickstück kann auf links gedreht oder in einen Wäschebeutel gelegt werden.
Bei Handwäsche sollte sauberes, lauwarmes Wasser verwendet werden. Starkes Reiben, Auswringen und große Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.
Bringen Sie das Strickstück nach dem Waschen vorsichtig in Form und vermeiden Sie unnötiges Ziehen oder Verdrehen.
Unser Tipp: Bewahren Sie die Garnbanderole bis zur Fertigstellung des Projekts auf. So bleiben Material- und Pflegeangaben erhalten.
Ein nasses Strickstück ist deutlich schwerer als im trockenen Zustand. Wird es aufgehängt, kann sich das Material durch sein Eigengewicht verlängern oder verziehen.
Legen Sie das Strickstück nach dem Waschen vorsichtig in die gewünschte Form und trocknen Sie es möglichst flach auf einer geeigneten Unterlage.
Direkte Hitze, Heizkörper und intensive Sonneneinstrahlung sollten vermieden werden. Ein Wäschetrockner sollte nur verwendet werden, wenn die Pflegekennzeichnung dies ausdrücklich erlaubt.
Unser Tipp: Schwere Pullover und Strickjacken auch im trockenen Zustand besser gefaltet lagern, damit Schultern und Länge ihre Form behalten.
Sie haben noch Fragen zu einem Garn oder Strickprojekt? Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Kontakt aufnehmen