Häufig gestellte Fragen zu Töpfern und Glasuren
Hier finden Sie hilfreiche Informationen zu Ton, Engoben, Unterglasuren und Keramikglasuren sowie zu Brenntemperaturen, Glasurauftrag, Schichtstärke, Brennfehlern und der Gestaltung von Keramik und Geschirr.
Eine Engobe besteht überwiegend aus flüssigem Ton und wird zur farblichen Gestaltung von Keramik verwendet. Sie verändert vor allem die Farbe des Tons, bildet aber normalerweise keine geschlossene, glasartige Oberfläche.
Unterglasuren eignen sich besonders für feine Zeichnungen, Schriften, Muster und farbige Flächen. Sie werden häufig mit einer transparenten Glasur überzogen, damit eine geschlossene, besser zu reinigende Oberfläche entsteht.
Eine Keramikglasur schmilzt während des Brandes und bildet eine glasartige Oberfläche. Je nach Produkt kann diese transparent, farbig, glänzend, matt, strukturiert oder mit besonderen Effekten versehen sein.
Ob eine Engobe oder Unterglasur zusätzlich mit einer transparenten Glasur überzogen werden sollte, hängt vom gewünschten Ergebnis und von den Angaben des Herstellers ab.
Jede Glasur besitzt einen bestimmten Brennbereich. Dieser muss sowohl zum verwendeten Ton als auch zur vorgesehenen Brenntemperatur passen.
Irdenware- beziehungsweise Steingutglasuren werden bei niedrigeren Temperaturen gebrannt als Steinzeugglasuren. Steinzeugglasuren sind für den Hochbrand vorgesehen.
Wird eine Glasur außerhalb ihres empfohlenen Brennbereichs verwendet, können sich Farbe, Oberfläche, Haftung und Laufverhalten deutlich verändern.
BOTZ PRO besitzt einen besonders breiten Brennbereich und kann sowohl im Bereich der Irdenware beziehungsweise des Steinguts als auch im Steinzeugbereich eingesetzt werden. Beachten Sie dennoch immer die Angaben zur jeweiligen Farbe.
Auch Mayco Stroke & Coat kann in einem breiten Brennbereich verwendet werden. Beim Hochbrand können sich die Farben jedoch verändern oder blasser erscheinen.
Die Farbergebnisse der einzelnen Mayco Stroke & Coat Farben für den niedrigen und hohen Brennbereich können auf der Website von Mayco verglichen werden.
Unser Tipp: Prüfen Sie vor dem Kauf immer den Brennbereich der Glasur und vergleichen Sie ihn mit dem Brennbereich des verwendeten Tons. Bei einer neuen Kombination empfehlen wir einen Probrand.
Nein. Ton und Glasur müssen hinsichtlich Brenntemperatur und Ausdehnungsverhalten zueinander passen.
Auf rotem oder stark eisenhaltigem Ton kann eine Glasur deutlich anders wirken als auf weißem Ton. Transparente Glasuren können beispielsweise dunkler, wärmer, leicht gefärbt oder trüb erscheinen.
Passen Ton und Glasur nicht gut zusammen, können unter anderem Glasurrisse, Abplatzungen, Blasen oder andere Oberflächenfehler entstehen.
Unser Tipp: Testen Sie eine neue Kombination zunächst auf einem kleinen Probestück aus demselben Ton. Brennen Sie das Probestück mit demselben Brennprogramm wie das spätere Werkstück.
Die meisten Keramikglasuren werden auf einen bereits geschrühten beziehungsweise rohgebrannten Scherben aufgetragen.
Durch den ersten Brand wird das Werkstück stabil, bleibt aber weiterhin saugfähig genug, um die Glasur aufzunehmen.
Engoben können häufig bereits auf lederharten Ton aufgetragen werden. Je nach Produkt ist auch eine Verwendung auf trockenem oder geschrühtem Ton möglich.
Einige Unterglasuren und Dekorfarben können ebenfalls auf ungebranntem Ton verwendet werden. Entscheidend sind immer die Anwendungshinweise des jeweiligen Herstellers.
Die benötigte Anzahl der Schichten hängt von der Glasur, der Auftragsart und der gewünschten Oberfläche ab.
Bei gebrauchsfertigen Pinselglasuren werden häufig zwei bis drei gleichmäßige Schichten empfohlen. Maßgeblich sind jedoch immer die Angaben des Herstellers zur jeweiligen Glasur.
Lassen Sie jede Schicht ausreichend antrocknen, bevor Sie die nächste Schicht auftragen.
Ein zu dünner Auftrag kann fleckig, blass oder unvollständig wirken. Ein zu dicker Auftrag kann dagegen verlaufen, Blasen bilden, abplatzen oder an der Ofenplatte festschmelzen.
Unsere Erfahrung: Mehrere gleichmäßige Schichten liefern häufig zuverlässigere Ergebnisse als eine einzelne sehr dicke Schicht.
Rühren Sie die Glasur vor dem Auftragen gründlich auf, damit sich abgesetzte Bestandteile wieder gleichmäßig verteilen.
Das Werkstück muss vor dem Glasieren:
- sauber
- trocken
- staubfrei
- fettfrei
sein. Staub, Hautfett oder andere Rückstände können dazu führen, dass die Glasur nicht richtig haftet oder nach dem Brand kahle Stellen entstehen.
Pinselglasuren werden mit einem geeigneten, weichen Glasurpinsel möglichst gleichmäßig aufgetragen. Vermeiden Sie es, bereits antrocknende Stellen immer wieder zu überstreichen.
Der Boden und alle Auflageflächen des Werkstücks müssen vollständig glasurfrei bleiben, damit die Keramik beim Brand nicht an der Ofenplatte festschmilzt.
Beim Tauchen oder bei aufwendigen Glasurarbeiten kann Wax Resist beziehungsweise Abdeckwachs verwendet werden. Damit lassen sich bestimmte Stellen, beispielsweise der Boden des Werkstücks, vor der Glasur schützen.
Das Wachs bildet eine Barriere, an der die Glasur abperlt, und brennt während des Brandes aus. Glasurtropfen, die sich trotzdem auf dem Wachs gesammelt haben, sollten vor dem Brand vorsichtig entfernt werden.
Die Glasur sollte vor dem Einsetzen in den Brennofen vollständig trocken sein.
Die benötigte Trocknungszeit hängt unter anderem von der Schichtstärke, der Raumtemperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Größe des Werkstücks ab.
Eine frisch glasierte Keramik kann an der Oberfläche bereits trocken wirken, obwohl sich noch Feuchtigkeit im Scherben befindet.
Lassen Sie das Werkstück deshalb ausreichend lange an einem gut belüfteten Ort trocknen. Vermeiden Sie eine zu schnelle oder sehr ungleichmäßige Trocknung.
Viele Glasuren können miteinander kombiniert oder in mehreren Schichten übereinander aufgetragen werden. Dabei können neue Farben, Strukturen und Laufeffekte entstehen.
Wichtig ist, dass die miteinander kombinierten Glasuren für denselben Brennbereich geeignet sind. Glasuren mit deutlich unterschiedlichen vorgesehenen Brenntemperaturen sollten nicht ohne Prüfung miteinander kombiniert werden.
Durch das Übereinanderschichten wird der gesamte Glasurauftrag dicker. Dadurch kann die Glasur beim Brand stärker laufen und im ungünstigsten Fall auf die Ofenplatte tropfen.
Testen Sie neue Kombinationen zunächst auf einer Probefliese aus demselben Ton. Notieren Sie dabei:
- die verwendeten Glasuren
- die Reihenfolge des Auftrags
- die Anzahl der Schichten
- den verwendeten Ton
- die Brenntemperatur und das Brennprogramm
Zum Schutz der Ofenplatten ist die Verwendung eines geeigneten Trennmittels empfehlenswert. Das Trennmittel wird auf die Ofenplatte aufgetragen und kann Schäden begrenzen, falls eine Glasur unerwartet läuft.
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Auch bei der Verwendung eines Trennmittels sollten stark laufende Glasuren nicht bis unmittelbar an den unteren Rand eines Werkstücks aufgetragen werden.
Viele Glasuren entwickeln ihre endgültige Farbe und Oberfläche erst während des Brandes. Die ungebrannte Glasurfarbe im Gebinde entspricht deshalb häufig nicht dem späteren Brennergebnis.
Das Ergebnis wird unter anderem beeinflusst durch:
- die Farbe und Zusammensetzung des Tons
- die Brenntemperatur
- die Haltezeit
- die Schichtstärke
- das Brennprogramm
- die Position des Werkstücks im Ofen
- darunter- oder darüberliegende Glasuren
Farbmuster der Hersteller dienen deshalb als Orientierung. Das tatsächliche Brennergebnis kann je nach Ton, Auftrag und Brand davon abweichen.
Unser Tipp: Fertigen Sie bei neuen Glasuren oder Ton-Glasur-Kombinationen immer ein beschriftetes Probestück an.
Für Ess- und Trinkgeschirr sollten nur Glasuren verwendet werden, die vom Hersteller ausdrücklich für diesen Verwendungszweck vorgesehen sind.
Eine entsprechend gekennzeichnete Glasur muss trotzdem korrekt aufgetragen und im vorgeschriebenen Brennbereich gebrannt werden.
Die Oberfläche sollte nach dem Brand geschlossen, glatt und frei von Rissen, Blasen, Nadellöchern, Abplatzungen oder scharfen Stellen sein.
Craqueléglasuren sowie bewusst rissige, sehr raue oder stark strukturierte Oberflächen sind für Bereiche mit direktem Lebensmittelkontakt häufig weniger geeignet.
Entscheidend sind immer die Angaben des Herstellers zur konkreten Glasur, zum Brennbereich und zur Verwendung auf Ess- und Trinkgeschirr.
Glasurfehler können unterschiedliche Ursachen haben. Häufige Gründe sind:
- ein zu dicker oder ungleichmäßiger Glasurauftrag
- Staub, Fett oder Schmutz auf dem Werkstück
- eine nicht vollständig getrocknete Glasur
- eine ungeeignete Brenntemperatur
- ein ungeeignetes Brennprogramm
- nicht zueinander passender Ton und Glasur
- eingeschlossene Gase im Ton oder in der Glasur
- eine zu kurze Haltezeit oder Abkühlphase
Da mehrere Ursachen gleichzeitig möglich sein können, sollten Sie Ton, Glasur, Schichtzahl, Brenntemperatur und Brennprogramm möglichst genau dokumentieren.
Probestücke helfen dabei, eine Ursache einzugrenzen und eine geeignete Kombination für spätere Werkstücke zu finden.
Für den Einstieg sind gebrauchsfertige Pinselglasuren besonders praktisch. Sie lassen sich einfach aufrühren, gezielt auftragen und benötigen keine große Glasurmenge.
Anfängerfreundlich sind Glasuren mit einem klar dokumentierten Brennbereich und einem vergleichsweise stabilen Brennverhalten.
Stark laufende Effektglasuren, sehr dicke Glasuraufträge oder aufwendige Kombinationen aus mehreren Glasuren erfordern meist mehr Erfahrung.
Unser Tipp: Beginnen Sie mit einer gut zueinander passenden Kombination aus Ton, Glasur und festgelegter Brenntemperatur. Fertigen Sie zunächst Probestücke an und notieren Sie Schichtzahl und Brennprogramm.
Sie haben noch Fragen zu Ton, Engoben, Glasuren oder zur Auswahl geeigneter Produkte? Wir helfen Ihnen gerne weiter.
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